WLTP - Neue Standards für Verbrauchswerte

Was ist WLTP und welche Änderungen bringt es mit sich? Wir erklären die wichtigsten Fakten.

Wofür steht WLTP?
Das neue Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure (weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren) bzw. WLTP ist ein neues Messverfahren zur Bestimmung der Abgasemission für Fahrzeuge.

Ab wann gilt WLTP?
WLTP wird in der EU sowie in der Schweiz seit September 2017 schrittweise eingeführt. Ab 1. September 2018 müssen nun alle dann neu eingeführten Neufahrzeuge - also auch bereits bestehende Modelle - nach den Werten des WLTP geprüft sein.

Weshalb wurde WLTP eingeführt?
WLTP berücksichtigt ein alltagsnäheres Fahrprofil als der bisherige Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ). Denn dieses Verfahren gleicht einem synthetischen Labortest und dient in erster Linie der Vergleichbarkeit verschiedener Fahrzeuge, ohne den Realverbrauch realistisch widerzuspiegeln. Während die Verbrauchswerte bisher also unter abstrakten Laborbedingungen gemessen wurden, liefert das neue Verfahren Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte, die sich stärker an der Realität orientieren.

Worin unterscheidet sich WLTP vom Vorgänger NEFZ?
Vergleich
NEFZ
WLTP
Dauer
20 min.
30 min.
Distanz
11 km
23 km
Höchstgeschwindigkeit
120 km/h
131 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit
34 km/h
47 km/h
Phasen
Zwei Phasen: Stadtverkehr und ausserstädtisches Fahren
Bis zu vier Phasen: Low, Medium, High und Extra-High
Starttemperatur
23 °C
14 °C
Leerlaufanteil
25% Leerlaufzeit
13% Leerlaufzeit
Sonderausstattung
Sonderausstattung wird nicht berücksichtigt
Sonderausstattung wird hinsichtlich Gewicht, Aerodynamik und Energieverbrauch im Stand-by-Modus berücksichtigt
Was sind RDE und PEMS?
RDE, die Abkürzung für «Real Driving Emissions», beschreibt das Messverfahren auf der Strasse. Die Messungen erfolgen also im öffentlichen Strassenverkehr und nicht unter standardisierten Prüfbedingungen auf einem Prüfstand, wie es bei WLTP der Fall ist. Bei der RDE-Messung wird mit PEMS-Geräten (Portable Emission Measurement System) gemessen. Das RDE-Verfahren wird in der WLTP-Richtlinie bei der Prüfung der Testfahrzeuge berücksichtigt.

Welche Herausforderungen bringt die Umstellung auf WLTP?
  • Der Aufwand für die Homologation (=Zulassung) WLTP gegenüber NEFZ ist um ein Vielfaches gestiegen (Faktor 2,5)
  • Der Typprüfaufwand und -umfang pro Motor-Getriebe-Variante ist deutlich erhöht (+ 4-5 Wochen ggü. NEFZ)
  • Im Volkswagen Konzern müssen für mehr als 260 Motor-/Getriebe-Varianten neue Werte in kürzester Zeit ermittelt werden, denn ab Inkrafttreten des Gesetzes hatten die Hersteller nur 13 Monate Zeit
  • Da die VWAG dem Kunden den ganz individuellen CO2-Wert seiner Konfiguration ausweisen will, ist es das Ziel, den CO2-Einfluss aller angebotenen Sonderausstattungen ihrer Modelle (bei einem Golf sind das allein 2 Millionen Kombinationsmöglichkeiten) zu ermitteln.
  • Weitere Gesetzesanforderungen, die zeitgleich zusammen mit dem WLTP kommen, müssen berücksichtigt werden, wie bspw. RDE-Verfahren einhergehend mit Benzin-Partikelfilter-Einbau.
  • Entgegen dem Namen "Worldwide harmonized" ist es nicht gelungen, eine weltweit gültige Prüfprozedur festzulegen. Das heisst, dass weiterhin separate Typprüfungen für Europa, China, USA, etc. gelten. Für ein weltweit agierendes Unternehmen mit grosser Produktvielfalt bindet das enorme Kapazitäten.

Was verändert sich für Kunden ab September 2018?
  • Ab dem 1. September 2018 müssen alle dann neu in die Schweiz importierten Pkw nach WLTP zugelassen werden, das gilt auch für leichte Nutzfahrzeuge (N1 Klasse II und III; N2)
  • Vorher in die Schweiz importierte und verzollte Fahrzeuge können auch nach dem 1. September 2018 neu zugelassen werden.
  • Durch WLTP wird es neue Verbrauchs- und Emissionswerte geben
  • Bei WLTP zugelassene Fahrzeugen werden bis Ende 2020 in der Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) sowohl der NEFZ als auch der WLTP CO2-Wert angegeben. Diese NEFZ Werte werden nach einem von der EU entwickelten Verfahren auf Basis der gemessenen WLTP-Werte errechnet. Es handelt sich um so genannte korrelierte NEFZ-Werte.
  • Für das Monitoring der CO2-Flottengrenzwerte der Hersteller bleibt der NEFZ noch bis 2020 die Berechnungsbasis. Danach werden die Flottengrenzwerte auf WLTP umgerechnet.

Können Kunden vor oder nach dem 1. September 2018 Fahrzeuge bestellen, für die noch keine WLTP-Zertifizierung vorliegt und die später ausgeliefert werden? Wie wird in solchen Fällen über mögliche Änderungen der Verbrauchsangaben informiert?
Falls keine WLTP-Werte vorliegen, bestellt der Kunde das alte NEFZ-Vorgänger-Modell und wird in einem Pop-Up Fenster darüber informiert, dass es zu Änderungen an diesem Modell kommen kann. Mit der Bestellung erhalten die Kunden ein Informationsschreiben, das sie unterschreiben müssen, dass noch keine WLTP-Werte vorliegen und sich Verbrauchsangaben ändern können.

Bestellungen mit Zusatzvereinbarung werden mit der neusten Abgasnorm nach WLTP-Prüfstandard homologiert. Das umfasst auch die Prüfung nach RDE. Da die Einführung von WLTP mit dem Modelljahreswechsel zusammenfällt, können neben der neuen Homologation Änderungen von technischen Daten und Ausstattungsdetails auftreten. Der Hinweis wird Gegenstand der Vertragsunterlagen.
Sobald die Werte dann verfügbar sind, wird der AMAG Betrieb aktiv auf den Kunden zugehen und sich eine schriftliche Bestätigung zur Übernahme des Fahrzeugs einholen.

Wie werden Kunden über Lieferverzögerungen informiert?
Wie erfahren Kunden, dass Sie ihr Wunschfahrzeug jetzt wieder bestellen können?
  • Wir informieren unsere Kunden über den Status ihrer Bestellung.
  • Im Konfigurator der jeweiligen Marke werden sukzessive alle nach WLTP homologierten Fahrzeuge eingestellt.
  • Sobald die behördlichen Freigaben vorliegen, werden wir die Fahrzeuge schnellstmöglich an unsere Kunden ausliefern.